VISION 2020 Deutschland

Englischer Text

Maßnahmen

Blindheitsverhütung in Deutschland

VISION 2020 ist eine gemeinsame Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der International Agency for the Prevention of Blindness (IAPB), von Nichtregierungsorganisationen, Berufsverbänden, augenmedizinischen Einrichtungen und Firmen.

Auslöser für den Zusammenschluss im Jahr 1999 war die WHO-Resolution 56.26, in der die WHO ihre Mitgliedsstaaten dazu aufruft, Blindheitsverhütungskomitees zu gründen und nationale Pläne zur Verhütung von Blindheit zu erstellen.

In Deutschland gehören dem Netzwerk folgende Verbände und Organisationen an:

Forderungen - Stand Juni 2013

Die demografische Entwicklung in Deutschland hat Auswirkungen auf die Häufigkeit und den Verlauf chronischer und altersbedingter Augenerkrankungen. Die Anzahl der Menschen mit chronischen Augenerkrankungen nimmt zu. Gleichzeitig lässt sich eine steigende Lebenserwartung beobachten. Die Volkskrankheiten Altersabhängige Makula-Degeneration (AMD), Glaukom und diabetische Retinopathie betreffen inzwischen ca. 7 Mio. Menschen in unserem Land.

Während diese Erkrankungen bis vor einigen Jahren kaum behandelbar waren, hat der Fortschritt in der Augenheilkunde sie inzwischen meist gut therapierbar gemacht.

Die demographische Entwicklung und der diagnostische und therapeutische Fortschritt erhöhen den Bedarf an augenärztlicher Versorgung. Mit einer angemessenen Versorgung der Patienten lässt sich die Zahl der Erblindungen halbieren.

Die Gesundheitspolitik in Deutschland vernachlässigt die Aufklärung und Früherkennung, die Förderung der Forschung und die systematische Erfassung von Blindheit und deren Ursachen.

Mit Hilfe von nur wenigen Maßnahmen kann Deutschland bei vielen Bürgerinnen und Bürgern einen Sehverlust vermeiden.

Im Einzelnen:

  1. Es bedarf einer verbesserten finanziellen Ausstattung der augenärztlichen Versorgung. Der Zugang zu einer ambulanten Grundrehabilitation nach Sehverlust ist sicherzustellen.
  2. Ein systematisches Register der Erblindung und hochgradigen Sehbehinderung ist eine Voraussetzung, um mit gezielten Maßnahmen möglichst viele Erblindungen zu vermeiden.
  3. Durch eine Diagnostik und Behandlung der feuchten AMD entsprechend den Empfehlungen der augenärztlichen Fachgesellschaften lässt sich die mit dieser Krankheit verbundene Erblindungsrate um 50 % senken. Ähnliches gilt für die diabetische Retinopathie und das Glaukom.
    Hierzu bedarf es u.a. einer bundesweiten Aufklärungskampagne über diese Volkskrankheiten und der Anerkennung dieser Krankheiten als chronische Erkrankungen (im Risikostrukturausgleich).
  4. Die Situation von Bewohnern mit Seheinschränkungen in Alten- und Pflegeeinrichtungen ist zu verbessern. Als Maßnahmen sind zu treffen:
    • die Aufnahme der Sehfähigkeit in die Pflegedokumentation
    • eine verbesserte Ausbildung des Fachpersonals zum Sehen im Alter
    • eine ausreichende Ausstattung mit Sehhilfen
    • Fördermittel für Studien und Modellprojekte für eine verbesserte augenärztliche Versorgung in diesen Einrichtungen
    • eine sehbehindertengerechte Gestaltung der Einrichtungen

aktualisiert am 27.02.2014

Mitglieder des Netzwerks:
Berufsverband der Augenärzte Christoffel-Blindenmission Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. Deutsches Komitee zur Verhütung von Blindheit e.V. Hilfswerk der deutschen Lions (HDL e.V.) Pro Retina Deutschland e.V.